Vorträge 2025/2026
Der Historische Verein lädt Sie zur nächsten
Vortragsreihe ein.
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Donnerstag, 12.03.2026
Dr. Roswitha Emele
Franz Seraph Stirnbrand - Maler der Mächtigen
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Allgemeine Hinweise:
Der Vortrag am 11.12.2025 ist im Kreishaus Ludwigsburg, Hindenburgstr 40 Konferenzzone Kleiner Sitzungssaal, Ebene 4.
Alle anderen Vorträge sind im Staatsarchiv Ludwigsburg, Arsenalplatz 3.
Beginn jeweils um 19.30 Uhr. Gäste sind herzlich willkommen.
Der Eintritt ist frei.
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Zusammenfassung gehaltener Vorträge
Dr. Erich Viehöfer
Donnerstag, 05.02.2026
Fritz Ludmann
Ludwigsburg mobil - Historische Autofirmen im Landkreis Ludwigsburg
Zusammenfassung folgt.
Donnerstag, 08.01.2026
Sascha Schmidt M.A.
Pipeline Archäologie: 5 Jahre archäologische Untersuchungen im Kreis Ludwigsburg (2020-2025)
Sascha Schmid, Geschäftsführer von fodilus GmbH, einem Unternehmen, das archäologische Maßnahmen während der Bauarbeiten des Fernleitungsnetzbetreibers terranets bw durchführt, stellte in seinem Vortrag wichtige Entdeckungen auf dem Gebiet des Kreises Ludwigsburg vor. Bei der Neckarenztalleitung (NET), die von Wiernsheim über Vaihingen, Sachsenheim und Bietigheim bis südlich von Löchgau führt, untersuchten die Archäologen auf einer Länge von 28 Kilometern 23 bekannte und 25 neu entdeckte Fundstellen. Sie gruben beispielsweise in Sachsenheim die Hausgrundrisse eines Dorfs aus und fanden ein Gräberfeld der Linearbandkeramik außerhalb der Siedlung. In Oberriexingen kamen Funde aus mehreren Jahrtausenden ans Tageslicht; so zum Beispiel Wassergefässe aus der Urnenfelderzeit, ein Grubenhaus aus der Eisenzeit, römische Umfassungsmauern, sowie Funde aus dem Frühmittelalter. Die sehr viel längere Süddeutsche Erdgasleitung (SEL) führt ab Löchgau durch das Gebiet des Landkreises Ludwigsburg. Auf 24 km Trassenlänge wurden 37 bekannte und 17 neuentdeckte Fundstellen im Rahmen der Baubegleitung untersucht. Dabei entdeckte man in Poppenweiler schiffsförmige Hausgrundrisse aus dem Mittelneolithikum. Diese Entdeckungen gelten "Glücksfall für die Archäologie", da sie die Geschichte der Besiedlung in Poppenweiler und um Ludwigsburg weiter aufhellen. In Löchgau fanden die Archäologen bei einem römischen Gutshof aus der Mitte des 3. Jahrhunderts die Einzelbestattung einer Frau aus der Völkerwanderungszeit. In Freiberg am Neckar war es ein merowingisches Gräberfeld mit alemannischen Steinkistengräbern aus dem Frühmittelalter. Die so genannte Pipeline-Archäologie ermöglicht eine systematische Erkundung kilometerlanger, schmaler Trassen, um unerwartete Funde von der Steinzeit bis zur Neuzeit zu sichern, bevor der Boden zerstört wird.
Donnerstag, 11.12.2025
Wolfram Berner
55 Jahre Schullandheim Strümpfelbrunn – Leben, Lachen, Lernen am Katzenbuckel im Odenwald.
Der Vortrag von Kreisarchivar Wolfram Berner fand dieses Mal nicht im Staatsarchiv Ludwigsburg statt, sondern im Landratsamt. Ein Grund dafür war, dass das Schullandheim Strümpfelbrunn auch in Trägerschaft des Landkreises Ludwigsburg ist. Die ersten Schullandheime entstanden im Rahmen der Jugendbewegung und der Reformpädagogik bereits vor dem Ersten Weltkrieg. Diese außerschulischen Lernorte erlebten eine erste Blütezeit zwischen 1925 und 1933. Im Jahr 1945 waren noch 100 vorhanden. Heute sind ca. 250 in einem Bundesverband organisiert. Eine Vorstufe gab es im Landkreis mit dem Schullandheim „Vogelnest“ der Stadt Kornwestheim bei Erbstetten auf der Schwäbischen Alb, das bis 2019 existierte. Landrat Dr. Ulrich Hartmann war die treibende Kraft auf der Suche nach einem geeigneten Standort für ein Schullandheim des Landkreises Ludwigsburg. Fündig wurde man in Strümpfelbrunn im Odenwald, wo eine Bauruine erworben werden konnte. Ursprünglich befand sich ein Buntsandsteinbruch an diesem Standort. Die Einweihung geschah am 29. Mai 1970. Als gemeinsame Träger der Stiftung Schullandheim Strümpfelbrunn fungieren Landkreis und Kreissparkasse Ludwigsburg. Der Ankauf von Grundstücken ermöglichte den weiteren Ausbau. So wurde der Pavillon des Landkreises von der Landesgartenschau beim Schullandheim wiederaufgebaut. Der Ausbau zu einem Waldschulheim war geplant, erwies sich aber als nicht realisierbar. Der Blasmusik-Kreisverband Ludwigsburg e.V., eine der wichtigsten Gästegruppen, führte in Strümpfelbrunn 135 Lehrgänge durch. Insgesamt kamen inzwischen mehr als 100.000 Gäste. Das Jubiläum zum 25jährigen Bestehen wurde am 21. Juli 1995 vor Ort gefeiert. Dreißig Jahre später fand ein Festakt im Sommer 2025 ebenfalls vor Ort statt. Ein „Tag der offenen Tür“ war verbunden mit einem festlichen Programm. Zum Jubiläum erschien ein eigenes Wimmelbuch des Schullandheims Strümpfelbrunn.
Donnerstag, 13.11.2025
Dr. Erwin Frauenknecht
Elsass und Württemberg - eine jahrhundertelange Liaison
Dr. Erwin Frauenknecht hielt den zweiten Vortrag des Zyklus 2025/26. Er war Kurator der Sonderausstellung „Württemberg und das Elsass: 700 Jahre gemeinsame Geschichte“, die im Hauptstaatsarchiv Stuttgart und in Riquewihr gezeigt wurde.
Württemberg war unter Graf Eberhard I. ein aufstrebendes Territorium in Südwestdeutschland. In dieser „Gründerzeit“ von Württemberg betrieb es eine nach Westen ausgerichtete Heiratspolitik. Am 7. Dezember 1324 erfolgte der Verkauf der Grafschaft Horburg und der Herrschaft Reichenweiher an Graf Ulrich III. von Württemberg. Die verhältnismäßig kleinen Gebiete werden von der Forschung als Torso eines größer geplanten Projekts interpretiert. Am Ende des 14. Jahrhunderts wurde eine neue Dimension erreicht, als Württemberg durch den Ehevertrag von 1397 mit Mömpelgard umfangreiche Erwerbungen an der Burgundischen Pforte erhielt. Die weitere Entwicklung war durch dynastische Beziehungen und die gemeinsame Religion bestimmt. Unter Graf Georg entstanden neue Schlösser in Reichenweiher und Horburg. Der elsässische Wein bildete ein starkes Band zwischen Württemberg und seinen linksrheinischen Gebieten. Besonders intensive Beziehungen bestanden unter Herzog Friedrich I. Die Expansion des Königreichs Frankreich erhöhte den Druck auf das Elsass, sowohl territorial (zeitweilige Besetzung) als auch religiös (Rekatholisierungspolitik). Mit dem Tod von Georg II. endete die dynastische Beziehung. 1796 fiel der württembergische Besitz endgültig an Frankreich.
Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam es wieder zu einer Annäherung. Die erste deutsch-französische Städtepartnerschaft zwischen Ludwigsburg und Montbéliard knüpfte an ihre engen historischen Verbindungen an.
Donnerstag, 09.10.2025
Anna Rudi/ Manuel Schönberg
Die Puppensammlung der Tony Schumacher
Im ersten Vortrag des Zyklus 2025/26 stellten Anna Rudi und Manuel Schönberg, zwei Volontäre des Stadtmuseums Ludwigsburg, die
Forschungsergebnisse zu der von ihnen kuratierten Sonderausstellung „Geliebt und geraubt. Puppenkosmos Tony Schumacher“ vor, die bis Ende September 2025 zu sehen war. Sie gingen anhand von 16 Puppen
der Frage nach, wie diese nach Ludwigsburg kamen und wer sie gebracht hat.
Tony Schumacher, bekannt als Kinderbuchautorin, hatte eine Sammlung von mehr als 250 Puppen aus der ganzen Welt aufgebaut. Der „exotische“ Teil kam nach Ludwigsburg und wurde erst in den 1980er
Jahren wiederentdeckt.
Das erste Fallbeispiel stammt aus China. Die Puppe wurde von der Ehefrau eines Missionars in Hongkong übergeben. Ihr kolonialer Kontext sind die Opiumkriege und der Beginn der westlichen
Einflussnahme auf China. Ein weiteres Beispiel ist eine Theaterpuppe aus Südchina; dargestellt ist ein chinesischer Gelehrter. Der mögliche koloniale Kontext ist die Anwesenheit deutscher Truppen in
Qingdao um 1900.
Das zweite Fallbeispiel stammt aus Papua-Neuguinea. Der Übergeber, Felix von Luschan, baute als Vertreter der „Physischen Anthropologie“ eine umfangreiche Schädelsammlung auf- Diese Figur wurde
eventuell bei einer Forschungsreise 1912 erworben
Die „Ulmer Dockanne“, das dritte Fallbeispiel, war Tony Schumachers Lieblingspuppe. Sie stellt eine Patrizierin in süddeutscher Städtetracht aus dem 18. Jahrhundert dar und zeigt, dass Schumacher
nicht nur außereuropäische Puppen sammelte.
Das vierte Fallbeispiel ist eine schwarze Modepuppe, eine Senegalesin aus Paris. Sie gelangte über die Familie Colin zu Tony Schumacher. Friedrich Colin war als kolonialer „Pionier“ in Westafrika
aktiv.
Die vorgestellten Puppen hatten ganz unterschiedliche Sammlungshintergründe. Ihre Überbringer waren Missionare, Militärs und Kaufleute. Als letztes Glied der Personenkette fungierten aber meist
Frauen.
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