Vorträge 2012

 

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Dr. Beate Hirt

Die medizinische Fakultät der Hohen Carlschule zu Stuttgart und Schillers dort verfasste medizinische Schriften. 

Vortrag vor dem Historischen Verein für Stadt und Kreis Ludwigsburg am 13.12.2012.

Zusammenfassung von Dr. Erich Viehöfer

In Stuttgart sind heute keine Spuren der ehemaligen Hohen Carlschule mehr zu finden. Entstanden war sie aus dem Militärwaisenhaus auf der Solitude, das von Herzog Carl Eugen in eine Militärakademie umgewandelt wurde, wenn auch ohne die Studienfächer Medizin und Theologie. 1781 erhob sie der Kaiser zur Universität. Sie stellte einen Gegenentwurf zur Landesuniversität dar und bedeutete eine Revolution im Hochschulwesen. Denn für die Aufnahme der Eleven war nicht die soziale Herkunft ausschlaggebend, sondern nur die Begabung. Die Hohe Carlschule war vielseitiger als die klassische Universität. Ihre Professoren waren nur der Lehre verpflichtet, nicht der Forschung. Gelehrt wurde im Geiste der Aufklärung, gelebt aber im Geiste des Absolutismus, was sich in einem strikt reglementierten Tagesablauf zeigte.

Eine medizinische Fakultät wurde erst nach dem Umzug von der Solitude nach Stuttgart (1775) eingerichtet. Das Medizinstudium dauerte fünf Jahre, und umfasste auch die Fächer Philosophie und Theologie. Neu und zukunftsweisend war die Integration von handwerklicher und (Hoch-)Schulmedizin. Dies bedeutete einen erheblichen Fortschritt, da die theoretische Medizin noch auf dem Stand von Hippokrates und seiner Säftelehre war.
Friedrich Schiller verfasste während seiner Zeit auf der Hohen Carlschule fünf medizinische Schriften: das Sektionsprotokoll eines vermutlich an Tuberkulose gestorbenen 17-jährigen Kommilitonen, ein eigenhändiges Rezept, das sich nicht exakt datieren lässt, und die acht
einfühlsamen Krankenberichte über einen depressiven Mitschüler namens Grammont aus Mömpelgard.
Für seine medizinische Dissertation benötigte Schiller drei Anläufe. Die erste Doktorarbeit mit dem Titel „Die Philosophie der Physiologie“ lehnten die Fachgutachter als zu spekulativ ab. Auch die zweite, nun rein medizinische Dissertation, über den Unterschied zwischen entzündlichen und fauligen Fiebern wurde abgelehnt. Die dritte Dissertation betitelt „Versuch über den Zusammenhang der Thierischen Natur des Menschen mit seiner Geistigen“ war mit dem Leib-Seele-Problem letztlich eine Neuauflage der ersten. Sie ermöglichte seine Approbation, auch wenn Schiller nur wenig als Arzt tätig war.
Nach dem Tod Carl Eugens, den Schiller zufällig während eines Besuchs in Ludwigsburg, miterlebte, schloss sein Nachfolger sofort die Hohe Carlschule. Dies war nach insgesamt 25 Jahren das unrühmliche Ende einer der ungewöhnlichsten und effizientesten Hochschulen nicht nur ihrer Zeit.

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Liselotte Geib: Auf den Spuren des fränkischen Adelsgeschlechts Thüngen in der „Residenzstadt Ludwigsburg“ und im früheren Land Württemberg.

Vortrag vor dem Historischen Verein für Stadt und Kreis Ludwigsburg am 08.11.2012.

Zusammenfassung von Dr. Erich Viehöfer

Die Frage nach dem Stifter des Aussichtsturms am Salonwald war Auslöser der intensiven Beschäftigung von Liselotte Geib mit dem fränkischen Adelsgeschlecht Thüngen.

Wie kam es zu deren Verbindungen mit Württemberg? Erste Kontakte waren bereits im 15. Jahrhundert bei Ritterturnieren in Stuttgart zustande gekommen. Eine herausragende Persönlichkeit war Hans Karl von Thüngen, ein bedeutender Feldherr, der in der Kirche von Freudental begraben wurde. Dort befindet sich ebenfalls die Grablege von Adam Heinrich von Thüngen, Geheimer Rat und Kammerpräsident unter Herzog Eberhard Ludwig. Auch dessen Söhne standen in württembergischen Diensten. Zum Beispiel Karl Christoph von Thüngen, der Erbauer des Heidenheimer Amtshauses in Ludwigsburg, das er weitgehend mit eigenen Mitteln finanzierte; daher trägt es den Namen „Palais Thüngen“. Seit 1776 ist es das Rathaus von Ludwigsburg. Neben dem Bau des Heidenheimer Amtshauses begann er mit der Errichtung eines Privathauses in der Körnerstraße. Bis 1800 blieb dieses Gebäude im Besitz der Familie. Auch sein Schwiegersohn, Heinrich Erhard von Eichelberg, ließ sich in der neuen Residenz nieder und erwarb bzw. baute die Häuser Nr.4 und Nr.6 in der Eberhardstraße. Drei Söhne von Philipp Christoph Dietrich von Thüngen (aus der so genannten Lutzischen Linie) waren im Herzogtum Württemberg in Diensten, teils bei Hofe, teils beim Militär. Hervorzuheben ist von diesen Hans Karl von Thüngen, Oberforstmeister mit Sitz im Osterholz.
Hundert Jahre später wurde Alfred von Thüngen als Pflegefall im Männerheim Salon der Anstalt Karlshöhe aufgenommen. Seine Frau Helene bezog Quartier in der Stuttgarter Straße, um in seiner Nähe zu sein. Nach seinem Tod wurde die älteste Tochter, Charlotte, Oberin im „Neuen Haus“ des Männerheims Salon. 1902, ein Jahr nach dem Tod von Alfred Baron von Thüngen, ging eine Stiftung von 30.000 Mark für die Karlshöhe ein. Sie war mit der Auflage verbunden, einen Aussichtsturm zu bauen, der 1955 dem Ausbau der B 27 zum Opfer fiel. War es Helene von Thüngen, die sich damit für die Pflege ihres Gatten dankbar zeigte? Trotz aller Nachforschungen konnte diese letzte Frage zum Thema Ludwigsburg und Thüngen nicht beantwortet werden.

 

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Liselotte Geib:

Auf den Spuren des fränkischen Adelsgeschlechts Thüngen in der „Residenzstadt
Ludwigsburg“ und im früheren Land Württemberg.

Vortrag vor dem Historischen Verein füår Stadt und Kreis Ludwigsburg am 08.11.2012

Zusammenfassung von Dr. Erich Viehöfer

Die Frage nach dem Stifter des Aussichtsturms am Salonwald war Auslöser der intensiven Beschäftigung von Liselotte Geib mit dem fränkischen Adelsgeschlecht Thüngen.
Wie kam es zu deren Verbindungen mit Württemberg? Erste Kontakte waren bereits im 15. Jahrhundert bei Ritterturnieren in Stuttgart zustande gekommen. Eine herausragende Persönlichkeit war Hans Karl von Thüngen, ein bedeutender Feldherr, der in der Kirche von Freudental begraben wurde. Dort befindet sich ebenfalls die Grablege von Adam Heinrich von Thüngen, Geheimer Rat und Kammerpräsident unter Herzog Eberhard Ludwig. Auch dessen Söhne standen in württembergischen Diensten. Zum Beispiel Karl Christoph von Thüngen, der Erbauer des Heidenheimer Amtshauses in Ludwigsburg, das er weitgehend mit eigenen Mitteln finanzierte; daher trägt es den Namen „Palais Thüngen“. Seit 1767 ist es das Rathaus von Ludwigsburg. Neben dem Bau des Heidenheimer Amtshauses begann er mit der Errichtung eines Privathauses in der Körnerstraße. Bis 1800 blieb dieses Gebäude im Besitz der Familie. Auch sein Schwiegersohn, Heinrich Erhard von Eichelberg, ließ sich in der neuen Residenz nieder und erwarb bzw. baute die Häuser Nr.4 und Nr.6 in der Eberhardstraße. Drei Söhne von Philipp Christoph Dietrich von Thüngen (aus der so genannten Lutzischen Linie) waren im Herzogtum Württemberg in Diensten, teils bei Hofe, teils beim Militär. Hervorzuheben ist von diesen Hans Karl von Thüngen, Oberforstmeister mit Sitz im Osterholz.
Hundert Jahre später wurde Alfred von Thüngen als Pflegefall im Männerheim Salon der Anstalt Karlshöhe aufgenommen. Seine Frau Helene bezog Quartier in der Stuttgarter Straße, um in seiner Nähe zu sein. Nach seinem Tod wurde die älteste Tochter, Charlotte, Oberin im „Neuen Haus“ des Männerheims Salon. 1902, ein Jahr nach dem Tod von Alfred Baron von Thüngen, ging eine Stiftung von 30.000 Mark für die Karlshöhe ein. Sie war mit der Auflage verbunden, einen Aussichtsturm zu bauen, der 1955 dem Ausbau der B 27 zum Opfer fiel. War es Helene von Thüngen, die sich damit für die Pflege ihres Gatten dankbar zeigte? Trotz aller Nachforschungen konnte diese letzte Frage zum Thema Ludwigsburg und Thüngen nicht beantwortet werden.

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Karl Moersch:

 Zum Landesjubiläum.

"Einheimische Mitwirkende bei der Gründung des Südweststaates".

Vortrag beim Historischen Verein für Stadt und Kreis Ludwigsburg am 18.10. 2012

Zusammenfassung von Dr. Erich Viehöfer

„Man kann aus der Geschichte nur lernen, wenn man sie kennt.“ Nach dieser Maxime lebt 
und forscht Karl Moersch seit 50 Jahren in Ludwigsburg. Der ehemalige Politiker (FDP/DVP), Journalist und Sachbuchautor, erlebte die Gründung des Südweststaates als Zeitzeuge mit und forscht dazu in den Archiven. 
Drei wichtige Personen im Zusammenhang mit der Gründung von Baden-Württemberg sind mit Ludwigsburg eng verbunden: Nämlich Gebhard Müller, Staatspräsident von Württemberg-Hohenzollern und Ministerpräsident von Baden-Württemberg, ein entschiedener Vorkämpfer für das neue Land. Er lebte schon als Kind in Ludwigsburg, und von 1945 bis 1958 in der Schorndorfer Straße Nr.26. Dann Karl Frank, von 1931 bis 1945 Oberbürgermeister von Ludwigsburg, später Finanzminister von Württemberg-Baden, und Ehrenbürger von Ludwigsburg. Sowie Wilhelm Keil, Abgeordneter der SPD, Präsident der Vorläufigen Volksvertretung und 1949-52 Präsident des Landtags von Württemberg-Baden, ebenfalls ein Ehrenbürger von Ludwigsburg. 
In seinem Vortrag räumte Moersch auch mit dem „Märchen von den ungleichen Teilen“ Baden und Württemberg auf. Zwar gibt es keine Baden-Württemberg-Identität, sondern nur Badener, Württemberger, Kurpfälzer etc. Andererseits ist aber kein Wirtschaftsgefälle zwischen den Landesteilen heute mehr erkennbar. 
Im 19. Jahrhundert hatte dagegen Baden einen Entwicklungsvorsprung („Musterländle“). Durch den Versailler Vertrag wurde Baden vom Binnen- zum Grenzland. Industriestandorte wurden nach Osten, nach Württemberg verlagert (z.B. Daimler), zu Ungunsten von Baden. 
Theodor Heuss hatte bereits 1919 einen deutschen Bundesstaat mit einem einheitlichen Südweststaat gefordert. Seine Vision war aber in der Weimarer Republik an Preußen gescheitert, das an einem eigenen Land Hohenzollern festhielt. Erst nach 1945 konnte auch an die Ideen von 1848 angeknüpft werden und ein „Baden-Württemberg“ gegründet werden. 
Einerseits, so Karl Moersch, sollte die Vielfalt im Innern gepflegt werden, andererseits aber nach außen mit einer Stimme gesprochen werden, um dem Südweststaat seine angemessene Bedeutung zu verschaffen.

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Prof. Dr.-Ing. E.h. Berthold Leibinger:

 „TRUMPF -Wir machen Maschinen, um Löcher in Bleche zu machen".
Eine rasante Zeitreise durch die Geschichte des Maschinenbauunternehmens.“

Vortrag beim Historischen Verein für Stadt und Kreis Ludwigsburg am 08.03.2012

im Ordenssaal des Schlosses.

Zusammenfassung von Dr. Erich Viehöfer

Wie wird aus einem Familienunternehmen ein Global Player? Dieser Frage ging Berthold Leibinger, Aufsichtsratsvorsitzender der Firma Trumpf, in seinem Vortrag beim Historischen Verein nach. Das Maschinenbauunternehmen wurde 1923 als mechanische Werkstatt in Stuttgart gegründet, die Wurzeln reichen dort zurück bis ins 19. Jahrhundert. Nach dem zweiten Weltkrieg profitierte Trumpf vom Ausfall seiner schärfsten Konkurrenz in Ostdeutschland. Die entscheidenden Gründe für den Erfolg waren aber laut Leibinger die Verknüpfung von Innovation und Internationalisierung. Die Entwicklung der ersten Stanz-Nibbel-Maschine der Welt führte zu einer Verzehnfachung des Umsatzes von 1957 bis 1967. Die numerische Steuerung, die Blechbearbeitung durch Computer, brachte einen neuen Schub. Diese neue Maschine kostete zwar fünfmal mehr als die konventionellen, leistete aber auch weitaus mehr. Ein dritter Innovationsschub kam durch den Einsatz der Lasertechnik. Trumpf kauft 1978 den ersten Laser in den USA. Dieser war aber unzuverlässig und teuer, daher wurde ein eigener Laser entwickelt. Der entscheidende Vorteil dieser Technik war, dass Laser trennen und verbinden/schweißen können und damit sehr vielseitig, auch für die Automobilindustrie, eingesetzt werden können. Der Umsatz stieg unaufhörlich. In den vergangenen 50 Jahren wuchs er im Durchschnitt jährlich um 15 Prozent.

Neben diesen Innovationen war die Internationalisierung ein Grund für den rasanten Aufstieg von Trumpf. Internationalisierung heißt: eigene Vertriebs- und Servicegesellschaften im Ausland, ebenso Tochtergesellschaften in der Produktion. Der Standort Deutschland bedeutet für Trumpf zwar die höchsten Produktionskosten weltweit, er bietet aber zugleich die besten Voraussetzungen, wie zum Beispiel die hervorragend ausgebildeten Facharbeiter; gute Voraussetzungen um die zyklischen Krisen in der Maschinenbauindustrie zu bewältigen. Beispielsweise bei der Mitarbeiterführung durch ein bahnbrechendes neues flexibles Arbeitszeitmodell
Berthold Leibinger stellte abschließend fest, dass der Firmenname Trumpf bekannter ist als die Produkte, obwohl die meisten Zuhörer tagtäglich mit Dingen zu tun haben, die mit Hilfe von Trumpf-Maschinen hergestellt worden sind.

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Prof. Dirk Krausse:

Von der Heuneburg nach Ludwigsburg.
Entdeckung, Bergung und aktuelle Untersuchungen des neu entdeckten frühkeltischen Fürstinnengrabs.

Vortrag vor dem Historischen Verein für Stadt und Kreis Ludwigsburg am 09.02.2012.

Zusammenfassung von Dr. Erich Viehöfer

Im völlig überfüllten Vortragssaal des Staatsarchivs Ludwigsburg stellte beim Historischen Verein für Stadt und Kreis Ludwigsburg Professor Dirk Krausse vom Landesamt für Denkmalpflege die neuesten Ergebnisse des spektakulären keltischen Frauengrabes von der Heuneburg vor.

Bei der Renaturierung der Donau, die unterhalb der Heuneburg fließt, kamen durch das Ausbaggern auch frühkeltische Funde ans Tageslicht und lenkten das Interesse der Archäologen vom Burgberg auf die Donauebene. In einer kleinen Nekropole in der Donauniederung wurde in den Resten eines großen Grabhügels das Grab eines zwei- bis vierjährigen Kindes mit Goldschmuck gefunden. Auf der Suche nach weiteren Nachbestattungen begannen im Jahr 2010 weitere Ausgrabungen. Statt Nachbestattungen fanden die Ausgräber aber das große Kammerschachtgrab aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Die Zentralgrabkammern der keltischen Fürstengräber sind nahezu alle vollständig ausgeraubt. Umso überraschender waren daher erste Goldfunde, die bei den Ornamenten Parallelen zu den Funden im Kindergrab aufwiesen. Dies lässt Rückschlüsse zu auf eine Dynastie, eine Adelsfamilie, die vor 2600 Jahren über die Gegend herrschte. Der Wintereinbruch stoppte die Grabungen. Die Grabungsleitung entschied sich für die Blockbergung des ganzen Grabes. Mit hohem technischem Aufwand wurde der fast 80 Tonnen schwere Block geborgen und auf einem Tieflader nach Ludwigsburg gebracht, wo die Freilegung der Funde in einem Grabungslabor in einem geheim gehaltenen Gebäude weitergehen. Erste Erkenntnisse liegen inzwischen vor: Bei der Hauptbestattung handelt es sich um eine Frau mittleren Alters, mit Schmuckstücken aus Gold, Bernstein und Bronze, sowie um ein weiteres Frauen-Skelett, dieses fast ohne Beigaben. Anders als in Hochdorf gab es keine Eisenfunde, dagegen sind Hölzer und andere organische Materialien durch die feuchte Erde konserviert worden. Ein Teil der Funde wird ab Mitte September bei der Landesausstellung „Die Welt der Kelten. Zentren der Macht – Kostbarkeiten der Kunst“ in Stuttgart erstmals gezeigt werden.

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Dr. Andrea Fix

Über sieben Brücken musst du gehen. Die Architektur auf den Euro-Scheinen.

Vortrag vor dem Historischen Verein für Stadt und Kreis Ludwigsburg am 12.01.2012

Zusammenfassung von Dr. Erich Viehöfer

Genau vor zehn Jahren wurde der Euro eingeführt. Zusammen mit der Währungskrise war dies der aktuelle Anlass für Dr. Andrea Fix in ihrem Vortrag beim Historischen Verein die Geldscheine genauer unter die Lupe zu nehmen. Der österreichische Designer Robert Kalina hat die Eurobanknoten entworfen. Um keinen Anlass für nationale Eifersüchteleien zu bieten verzichtete man völlig auf Porträts und verwendete statt dessen Motive aus der europäischen Baugeschichte mit ihren länderübergreifenden Baustilen. Auf der Vorderseite sind Fenster und Tore abgebildet - als Zeichen der Offenheit. Auf der Rückseite sind es Brücken - als Zeichen der Verbindung.

Die Architektur ist auf wenige typische Merkmale reduziert, daher ist auf Anhieb eine Zuordnung zu konkreten Bauwerken kaum möglich. Dr. Fix wagte dennoch den Versuch. Die Vorbilder der Fenster und Tore auf der Vorderseite lassen sich noch am ehesten finden: Auf dem Fünf-Euro-Schein ist ein Detail vom Kolosseum in Rom aus der römischen Antike abgebildet. Auf dem Zehn- Euro-Schein ist es ein romanisches Kirchenportal aus Österreich (Tulln), beim Zwanzig-Euro-Schein ein Maßwerkfenster der Gotik, wie es erstmals in Frankreich auftrat. Beim Fünfzig-Euro-Schein ist als Symbol für die Renaissance in Italien eine Aedicula als Tür- oder Fensterumrahmung aus der Kirche Il Gesu in Rom gewählt. Nicht eindeutig zuzuordnen sind das hochbarocke Säulenportal mit Atlanten auf dem Hundert-Euro-Schein und die Eisen- und Glasarchitektur des 19. Jahrhunderts auf dem Zweihundert-Euro-Schein. Der Fünfhundert-Euro-Schein zeigt einen Ausschnitt aus dem Gebäude der EU-Kommission in Brüssel.

Wesentlich schwieriger sind die Brücken auf der Rückseite zu identifizieren. Relativ einfach zu erkennen ist der nur leicht verfremdete Pont-du-Gard in Südfrankreich auf dem Fünf-Euro-Schein, während zum Beispiel die Vorbilder der beiden mittelalterlichen Brücken nicht eindeutig zu ermitteln sind. Anders die Victoria-Falls-Bridge in Südafrika auf dem Zweihundert-Euro-Schein: Sie ist ein besonders markantes Beispiel für eine Eisenbahnbrücke, während es für die Schrägseilbrücke auf dem Fünfhundert-Euro-Schein zahlreiche Beispiele in der Euro-Zone gibt.

So kann aus einem Blick in den eigenen Geldbeutel ein faszinierender Gang durch die europäische Kunst- und Kulturgeschichte werden.

 

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