Vorträge 2018

 

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Vortrag beim Historischen Verein für Stadt und Kreis Ludwigsburg am 13.12.2018

 

Dr. Silke Knappenberger-Jans

200 Jahre Ludwigsburger Kreiszeitung.

 

  „Wertvolles Lesen.“ Unter diesem Titel ist im besonderen Jubiläumsjahr ein Buch zur Geschichte der Ludwigsburger Kreiszeitung erschienen.

 

  Auf der Basis akribischer Recherche nimmt die Historikerin Frau Dr. Knappenberger-Jans  die Leser mit auf eine spannende Zeit(ungs)reise.

 

  Am 13. Dezember gibt die Autorin im Rahmen der Vortragsreihe des Historischen Vereins einen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Buches.

 

  Mit ausgewählten Textpassagen und Hintergrundwissen wird Frau Dr. Knappenberger-Jans die Geschichte und Entwicklung der Ludwigsburger Kreiszeitung anschaulich darlegen.

 

  Außerdem wird es ein Gespräch mit der Chefredakteurin Frau Ulrike Trampus geben.

 

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Vortrag beim Historischen Verein für Stadt und Kreis Ludwigsburg am 08.11.2018

 

Dr. Frank Raberg

Ludwigsburg und die "Hohe Carlsschule“.

 

  Die „Hohe Carlsschule“ des Herzogs Carl Eugen von Württemberg existierte nur knapp ein Vierteljahrhundert lang (1770 bis 1794). Gegründet Anfang des Jahres 1770 als „Garten- und Stuccator-Knaben-Schule und militärisches Waisenhaus“ und im Schloss Solitude untergebracht, wurde das rasch wachsende Institut 1775 nach Stuttgart (bisherige Infanteriekaserne beim Neuen Schloss) verlegt, wo es einige Jahre später von Kaiser Joseph II. zur Universität erhoben wurde. Wenige Monate nach dem Tod Herzog Carl Eugens löste sein Nachfolger die „Hohe Carlsschule“ auf.

 

  Die „Hohe Carlsschule“ war ein Bildungsinstitut eigener Prägung, der Lehrplan ging weit über das Angebot der Universität Tübingen und anderer Universitäten hinaus und weist den Weg zu einem modernen Ansprüchen genügenden Bildungsangebot. Neben Militär und Medizin waren Tanzen, Reiten, Nationalökonomie, Verwaltungspraxis, Recht, Philosophie, Forstwissenschaft, Baukunst u. v. m. im Lehrangebot. Der Herzog ließ dort die Elite zukünftiger Staatsdiener ausbilden, von denen viele später als Minister, Staatsbeamte, Generäle, Ärzte und Baumeister zu den Stützen des modernen württembergischen Staates zählten.

 

  Die Verbindungen zwischen „Hoher Carlsschule“ und Ludwigsburg sind vielfältig. Hervorgegangen aus der in Ludwigsburg angesiedelten „Académie des arts“, wirkten zahlreiche Ludwigsburger an der „Hohen Carlsschule“, und ein großer Teil der Schüler bzw. Studenten hatte einen Ludwigsburger Hintergrund, darunter Friedrich Schiller, dessen wichtiger Lehrer an der Ludwigsburger Lateinschule, Johann Friedrich Jahn, zeitweise Professor auf der Solitude war. Auch Angehörige der reichsgräflichen Familie von Thüngen waren „Karlsschüler“, jener Familie also, in deren Palais sich heute das Rathaus der Stadt Ludwigsburg befindet.

 

  Der Vortrag des Historikers und Politologen Dr. Frank Raberg spürt erstmals (!) im Vorfeld des 225. Jahrestages der Schließung der „Hohen Carlsschule“ (April 2019) diesen Verbindungen nach und weist damit auf die wichtige Rolle Ludwigsburgs als (Personal-)Reservoir für die Bildungsvermittlung und -erfahrung in der Zeit der Spätaufklärung in Württemberg hin.

 

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Vortrag beim Historischen Verein für Stadt und Kreis Ludwigsburg am 11.10.2018

 

Reinhard Wolf

Kleindenkmale auf Schritt und Tritt

Landkreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, andere Länder

 

  Reinhard Wolf, Diplom-Geograph, Natur- und Denkmalschützer sowie Sachbuchautor und Ehrenmitglied des Schwäbischen Heimatbunds und des Schwäbischen Albvereins, wird uns als Verfasser des 2008 erschienenen Buchs „Von Ort zu Ort – Kleindenkmale im Landkreis Ludwigsburg“ einen Überblick geben über die Ergebnisse der Dokumentation von Kleindenkmalen im Landkreis Ludwigsburg in den Jahren 2003 und 2004 und was sich zwischenzeitlich ereignet hat.

 

  Wolf berichtet über die zunehmende Sensibilisierung und die damit einhergehenden Veränderungen im Umgang mit Kleindenkmalen seit dieser Dokumentation. Nachdem zwischenzeitlich zwei Drittel des Landes dokumentiert sind, ordnet Reinhard Wolf die im Landkreis gefundenen Kleindenkmale in das Landesgeschehen ein und kann manche Aussage treffen, die so vorher nicht möglich gewesen wäre: welche Typen von Kleindenkmalen haben im Landkreis Alleinstellungscharakter, welche nicht, und welche Besonderheiten gibt es im Kreisgebiet. Gewölbeunterstände beispielsweise gibt es hier zuhauf, anderswo überhaupt nicht, dafür gibt es im benachbarten Rems-Murr-Kreis zahlreiche kleine Backhäuser, bei uns hingegen nicht - um nur einige Beispiele zu nennen.

 

  Seinen Vortrag würzt Wolf mit allerhand Kuriosem und Interessantem zum Thema Kleindenkmale, das er auf seinen Reisen in anderen Ländern erlebt und gefunden hat.

 

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Vortrag beim Historischen Verein für Stadt und Kreis Ludwigsburg am 07.02.2018


Jens Rommel:
Geschichte vor Gericht?
Zur strafrechtlichen Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen.


 Zu den Jubiläen, die Ludwigsburg im Jahr 2018 feiert, gehört auch das 60jährige Bestehen der „Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen“. Aus diesem Anlass stellte Jens Rommel, seit 2015 Leiter der Zentralen Stelle, die Geschichte und die Aufgaben seiner Einrichtung vor.


 Die Bundesrepublik Deutschland wollte kein Sonderstrafrecht für Nationalsozialisten, keine rückwirkenden Strafgesetze. Sie hatte die Verantwortung des Einzelnen im Blick. Ein Ansatz, der für Massenverbrechen ungeeignet war. Bereits 1960 waren alle Straftaten, bis auf Mord, verjährt. Die Gründung der Zentralen Stelle 1958, Anlass war der so genannte Einsatzgruppen-Prozess in Ulm, verhinderte einen Schluss-Strich. Die Aufgabe der neuen Institution war es für Ermittlungen relevantes Material zu sammeln, zu sichten und auszuwerten. Schwierigkeiten traten in juristischer Hinsicht auf. Wie ist der Einzelne verantwortlich bei staatlichen Verbrechen? Wer ist Täter und wer ist nur Gehilfe? Dies hatte große Auswirkungen auf das Urteilsmaß. Schwierig war es die persönliche Beteiligung an einem Mord nachzuweisen. Die größte Schwierigkeit ist der zeitliche Abstand und die Frage der Verhandlungsfähigkeit der Angeklagten. Durch einen neuen Ansatz, schon die allgemeine Dienstausübung in den Konzentrationslagern ist ausreichend, konnten aber bis in jüngster Zeit Verurteilungen erfolgen.


 Der Versuch einer Bilanz fällt ernüchternd aus: Von 175.000 Beschuldigten kamen nur 10 % vor Gericht, und verurteilt wurden weniger als 7.000 Angeklagte. Nach dem Ende der juristischen Aufarbeitung soll der Standort Ludwigsburg erhalten bleiben, in Form eines Dokumentations-, Forschungs- und Informationszentrums.

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Vortrag beim Historischen Verein für Stadt und Kreis Ludwigsburg am 11.01.2018.


Prof. Dr. Frank Baasner:
„70 Jahre Deutsch-Französisches-Institut“.


 Im Jahr 2018 häufen sich die Jubiläen in Ludwigsburg. Dazu gehört auch das siebzigjährige Bestehen des 1948 in Ludwigsburg gegründeten Deutsch-Französischen Instituts (DFI).

 Gleich eingangs seines Vortrags räumte Professor Baasner, seit 2002 Direktor des DFI, mit einem Mythos auf: Nicht die beiden „Gründungsheroen“ Theodor Heuss und Carlo Schmid übten entscheidenden Einfluss auf die Gründung aus, vielmehr war Fritz Schenk, der erste Direktor des DFI, die treibende Kraft gewesen.

 Die aktuelle Krise der Europäischen Union macht einen Neustart der Europapolitik notwendig. Daher ist ein Rückblick hilfreich auf die epochenmachenden Entscheidungen und was wir heute daraus lernen können.

 Die beiden ersten großen Schritte in Richtung Europa, die Schuman-Erklärung von 1950 und die ersten Römischen Verträge von 1957, führten nicht zu einer politischen Union. Nach der schrittweisen Erweiterung und dem Mauerfall war der Maastrichter Vertrag von 1992 der dritte große Schritt, wobei abermals eine politische Union nicht zustande kam. Diese Versäumnisse sind bis heute schwerwiegend.

 In 70 Jahren gab es nur drei Direktoren des DFI. Jeder von ihnen prägte auf seine Art das Institut: Fritz Schenk (1948-1972) war ein „Netzwerker“, persönliche Begegnungen und intellektueller Austausch standen im Zentrum seiner Tätigkeit. Unter seinem Nachfolger, Robert Picht (1972-2002), kam zusätzlich der fachwissenschaftliche Ansatz hinzu, die Analysefähigkeit.

 

 Der aktuelle Direktor, Frank Baasner, führt die Begegnungen und den wissenschaftlichen Ansatz fort. Neu hinzugekommen sind die Wirkungsanalyse (Reflexion) und der Bereich Beratung und Dienstleistung, zum Beispiel bei Städtepartnerschaft.

 

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