Vorträge 2020

 

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Veranstaltungsort:

Staatsarchiv Ludwigsburg, Arsenalplatz 3

Alle Vorträge beginnen um 19.30 Uhr.

 

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Donnerstag, 13.02.2020

 

Zusammenfassung von Dr. Erich Viehöfer

 

Vortrag von Dr. Thomas Lang: 

Der erste Volkswagen war ein Ludwigsburger. Wilhelm Gutbrod und der Weg in die motorisierte Welt.

 

  Die doppelte Affinität zu alten Autos und zu Ludwigsburg (als ehemaliger Stadtrat und Fraktionsvorsitzender der CDU) inspirierten den Referenten, Dr. Thomas Lang, zum Thema seines Vortrags.

 

  In den 1930er Jahren begannen viele Unternehmen sich im Automobilbau zu engagieren. Es gab zahlreiche Versuche ein massentaugliches Kraftfahrzeugs zu bauen, nach dem Vorbild von Henry Ford in den USA. Gesucht wurde ein „Auto für Jedermann“, das günstig in Anschaffung und Unterhalt war.

 

  Diesen Versuch unternahm auch Wilhelm Gutbrod. 1890 in Gerlingen geboren, knüpfte er  wichtige Kontakte für seinen weiteren beruflichen Werdegang während seiner Militärzeit beim Artillerieregiment 65 in Ludwigsburg. Nach einem Maschinenbaustudium in Esslingen entwickelte er beim Stuttgarter Unternehmen Klotz ein Leicht-Motorrad. 1926 gründete er seine eigene Firma „Standard“ in Ludwigsburg in ehemaligen Pferdeställen von Kasernen und gehörte zu den erfolgreichsten Motorradbauern der 1920er Jahre. Die Produktion von Automobilen begann 1933 am neuen Standort Stuttgart-Feuerbach. Der ungarische Ingenieur Josef Ganz hatte den Prototypen eines Kleinwagens, den Zweitakter „Maikäfer“, entwickelt. Ganz fand in der Ludwigsburger Standard-Fahrzeugfabrik einen Hersteller für seinen „Maikäfer“, der in einer überarbeiteten Version als „Standard-Superior“ auf den Markt kam. Der viersitzige „Standard Superior 500“, vorgestellt auf der internationalen Auto- und Motorradmesse im Februar 1933, wurde ausdrücklich als „deutscher Volkswagen“ beworben. Weitere Modelle der Firma Standard waren der Liefer-Dreiradwagen „Progress 300 L“ und der Vierradlieferwagen „Standard Merkur“.

 

  1948 starb Gutbrod in Plochingen. Die Produktion von Fahrzeugen wurde sechs Jahre später eingestellt. Der Begriff „Volkswagen“ war zu dieser Zeit aber auch nur noch mit einem anderen Unternehmen der Automobilindustrie verknüpft.

 

 

Einen ausführlichen Artikel zum Vortrag veröffentlichte die Ludwigsburger Kreiszeitung.

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Donnerstag, 09.01.2020

 

Zusammenfassung von Dr. Erich Viehöfer

 

Vortrag von Dr. Wolfgang Proske

Täter, Helfer, Trittbrettfahrer.

Ludwigsburger NS-Belastete.

 

Zum ersten Mal gab es eine Veranstaltung des Historischen Vereins mit vier Referenten.


  Einleitend umriss Dr. Wolfgang Preske als Herausgeber die Konzeption der Buchreihe „Täter, Helfer, Trittbrettfahrer“, deren Teil über Baden-Württemberg mit zehn Bänden und  Artikeln von 127 Autoren abgeschlossen werden konnte. Ziel der Reihe, für die eigens der Kugelberg Verlag gegründet wurde, ist die Täterforschung auf regionaler Ebene, eine biografische Grundlagenforschung unter Einbezug der lokalen Geschichte.


  Christian Hofmann stellte Wilhelm Holzwarth (1889-1961) vor, und dessen Tätigkeit als NSBO/DAF-Betriebszellenobmann, als Arbeitnehmerfunktionär in den Deutschen Linoleumwerken (DLW) in Bietigheim. Nach dem Krieg als „Minderbelasteter“ eingestuft, arbeitete Holzwarth weiterhin für die DLW.


  Jürgen Faber befasste sich mit Ferdinand Ostertag (1902-1984), Vorstandsmitglied der GdF Wüstenrot. In Ludwigsburg war er Ortsgruppenleiter, Vorsitzender der Gemeinderatsfraktion der NSDAP, und ehrenamtlicher Bürgermeister. Er wurde verurteilt wegen Beihilfe zur Synagogen-Brandstiftung. Seine Weiterbeschäftigung nach 1945 lehnte die GdF ab; er wurde dann aber Abteilungsdirektor bei der Leonberger Bausparkasse.


  Steffen Seischab verglich die unterschiedlichen Biographien der beiden Brüder Hans und Walter Olpp, beide führend bei der SA Kirchheim unter Teck. Walter Olpp stieg bis zum SA-Brigadeführer auf. Hans Olpp (1897-1985) wurde nach dem Krieg zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt wegen Beteiligung am Synagogenbrand in Ludwigsburg und wegen der Erschießung von russischen Zwangsarbeitern. Walter Olpp kann dagegen als idealistischer Nationalsozialist verstanden werden, der freiwillig auf eine weitere Parteikarriere verzichtete.

 

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