Vorträge 2021/2022

 

Der Historische Verein lädt Sie zur nächsten
Vortragsreihe ausnahmsweise im Sommer ein.

Bitte informieren Sie sich kurzfristig auf unserer Homepage oder in unserer Geschäftsstelle (Tel. 07141 910 2412) über die aktuellen Teilnahmebedingungen.

 

Falls erforderlich finden Sie nachfolgend das Anmeldeformular zum Download.

 

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Die aktuelle Corona-Verordnung des Landes Baden-Würrtemberg können Sie hier einsehen.

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Veranstaltungsort:

Staatsarchiv Ludwigsburg, Arsenalplatz 3

 

Alle Vorträge beginnen um 19.30 Uhr. Gäste sind herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.

 

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Donnerstag, 23.06.2022

 

Hans-Peter Winkler
Anfänge einer neuen Zeit – Ein Rückblick auf 125 Jahre
Strom- und Wasserversorgung in Mundelsheim.

 

Entwicklung der Stromversorgung

 

In Mundelsheim brach 1896 eine neue Ära an: Mit der Errichtung der ersten öffentlichen Stromversorgung und der zentralen Wasserversorgung erhielten viele Gebäude einen Hausanschluss. Die Bedeutung für die Menschen, die auf Kerzenlicht und Öllampe verzichten konnten und nicht mehr an die Dorfbrunnen mussten, ist heutzutage kaum mehr nachzuempfinden.

 

Die Strom- und Wasserversorgung in Mundelsheim kann auf ihr 125-jähriges Bestehen zurückblicken. Eine gute Gelegenheit, Rückschau zu halten und an diese technischen und unternehmerischen Pionierleistungen zu erinnern. Der Streifzug durch die Geschichte zeigt, dass die Aufrechterhaltung der Strom- und Wasserversorgung wiederholt mit Erschwernissen verbunden war, die gemeistert werden mussten. Zu allen Zeiten war die sichere Versorgung der Bevölkerung genauso ein Thema wie die Frage der damit verbundenen Kosten und Investitionen.

 

Der Referent Hans-Peter Winkler, Diplomingenieur der Elektrotechnik und Master of Engineering für die Strom-, Gas- und Wasserversorgung, ist Verfasser des Buchs „Anfänge einer neuen Zeit – Ein Rückblick auf 125 Jahre Strom- und Wasserversorgung in Mundelsheim“, das von der Gemeinde Mundelsheim 2021 herausgegeben wurde.

 

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Gehaltene Vorträge 2021/2022

 

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Donnerstag, 12.05.2022

Klaus Herrmann
Vorsitzender des Historischen Verein Ludwigsburg, Leiter des Stadtarchivs Gerlingen und Stadtrat in Ludwigsburg

 

Seit zwei Jahrhunderten dürfen Bürger bei uns

Gemeinderäte wählen.

 

Der Referent spricht über die Geschichte und Entwicklung des Gemeindewahlrechts in Württemberg. Die kommunale Selbstverwaltung hat in Württemberg eine lange Tradition. Kurz nach der Regierungsübernahme von König Wilhelm I im Jahre 1816 reformierte er die Verwaltung des Königreiches. In den Gemeinden entstand ein für die damalige Zeit sehr demokratisches Verfahren, wie die Bevölkerung ihr Gemeinwesen mitgestalten konnte. Aus „Gericht und Rat“, die sich bei Ausscheiden eines Mitglieds selbst erneuerten, entstand 1819 ein Gemeinderat. Die Mitglieder wurden von den Bürgern (damals nur die männlichen Einwohner die das Bürgerrecht besaßen) zunächst auf zwei Jahre, bei Wiederwahl auf Lebenszeit gewählt. Nach 1848 wurde die Lebenslängliche Wahl abgeschafft und eine 6 jährige Wahlperiode eingeführt. Als zweite Kammer bestand bis 1918 auf Gemeindeebene ein Bürgerausschuss, der bei allen finanziellen Angelegenheiten ein Mitspracherecht hatte. In keinem deutschen Land gab es eine solch große Mitwirkungsmöglichkeit der Bürger. Das hat sich bis heute erhalten. Das Kommunalwahlrecht von Baden-Württemberg ist in den Grundzügen inzwischen von fast allen Bundesländern übernommen worden.

 

 

Donnerstag, 28.04.2022

Prof. Dr. Eberhard Wolff

 

Kooperationsveranstaltung mit dem Staatsarchiv Ludwigsburg
Die Pockenschutzimpfung im Württemberg des frühen
19. Jahrhunderts zwischen Enthusiasten und Skeptikern.

 

Die Aufzeichnung des Vortrags ist über diesen Link auf YouTubeDE abrufbar.

 

Einen sehr interessanten Artikel zum Vortrag veröffentlichte die Ludwigsburger Kreiszeitung.

Klicken Sie zur Ansicht auf das LKZ-Logo.

 

Donnerstag, 10.03.2022

Dr. Elke Koch

 

„Frauen werbt und wählt, jede Stimme zählt“:

Zur Geschichte des Frauenwahlrechts.

 

Die Aufzeichnung des Vortrags ist über diesen Link auf YouTubeDE abrufbar.

 

 

Donnerstag, 11.11.2021   

 

Zusammenfassung von Dr. Erich Viehöfer

 

Vortrag von Dr. Wolfgang Schöllkopf: Bauen und Erbauung. Der erste Ludwigsburger Schlossbaumeister Philipp Jenisch zwischen Barock und Pietismus.

Pfarrer Dr. Wolfgang Schöllkopf, Lehrbeauftragter an der Uni Tübingen, stellte den ersten Ludwigsburger Schlossbaumeister vor, über den nur wenig bekannt war. Impulse für die Forschung kamen durch den 350. Geburtstag von Jenisch und durch das Schlossjubiläum 2004.

Philipp Joseph Jenisch wurde 1671 in Marbach am Neckar geboren. Seine Familie stammte ursprünglich aus Antwerpen und kam über Augsburg nach Württemberg. Jenisch schlug den üblichen Bildungsweg eines württembergischen Theologen ein: über die Klosterschule kam er ins Tübinger Stift. Er erhielt ein herzogliches Stipendium für ein Mathematikstudium an der Universität Altdorf bei Nürnberg. Das rekonstruierte Stammbuch von Jenisch dokumentiert seine Reisetätigkeit mit 74 Einträgen von frühen Pietisten.

Herzog Eberhard Ludwig ernannte ihn zunächst zum Mitglied der Baudeputation, dann zum „Landbaudirektor“. Seine Pläne für das neue Schloss in Ludwigsburg wurden aber wegen ihres „alten Stils“ früh durch neue Einflüsse verdrängt. Bereits 1706 übernahm Johann Friedrich Nette den Posten des Schlossbaumeisters. Jenisch blieb aber Landbaudirektor.

Eigene Bauten von ihm sind das Balinger Amtshaus in Ludwigsburg, Kaserne und Waisenhaus in Stuttgart (Charlottenplatz), sowie der Umbau des Klosters Denkendorf.

Ab 1727 war Jenisch evangelischer Abt (Prälat, Ephorus) der Klosterschule Blaubeuren, wo er die Umgestaltung im Geist der pietistischen Pädagogik einführte. Sehr ungewöhnlich ist, dass weder ein Porträt von ihm noch ein Grab vorhanden ist.

Jenisch verfasste nur ein einziges gedrucktes Buch; Thema war die verbesserte Energiegewinnung aus Holz und Torf. Im Archiv der Klosterschule Blaubeuren sind Mustertexte von Jenisch erhalten geblieben mit einem breiten Themenspektrum für Übersetzungsübungen aus dem Deutschen ins Lateinische und Griechische.

Philipp Joseph Jenisch war als schwäbischer Theologe und Baumeister ein Brückenbauer zwischen Barock und frühem Pietismus; er war in beiden Welten zuhause.

 

 

Donnerstag, 14.10.2021

 

Zusammenfassung von Dr. Erich Viehöfer

 

Vortrag von Jakob Eisler: Ludwigsburger im Heiligen Land - 160 Jahre Tempelgesellschaft.

In einer Kooperationsveranstaltung mit dem Stadtarchiv Ludwigsburg  zur Eröffnung der gleichnamigen Ausstellung sprach Dr. Jakob Eisler vom Landeskirchlichen Archiv über die Geschichte der Tempelgesellschaft und die Rolle, die Ludwigsburger dabei spielten.

Im Jahr 1854 gründete Christoph G. J.  Hoffmann aus Leonberg im Gasthaus zum „Waldhorn“ in Ludwigsburg die „Gesellschaft für die Sammlung des Volkes Gottes in Jerusalem“.

Zusammen mit Georg David Hardegg aus Eglosheim machte er den Kirschenhardthof, zwischen Marbach und Backnang, zu einem Mittelpunkt der „Jerusalemfreunde“, wo Prediger für das Heilige Land herangezogen wurden. Bis 1861 wuchs diese pietistische Bewegung auf einige zehntausend Personen in Württemberg an.

Die Landeskirche bekämpfte die Anhänger der Bewegung vehement. Als Reaktion beschlossen Templer, auch aus dem heutigen Landkreis Ludwigsburg, nach Palästina auszuwandern. 1869 wurde die Kolonie Haifa gegründet. Bis 1906 entstanden fünf weitere Siedlungen der württembergischen Templer.

Der noch in Ludwigsburg geborene Sohn von Hardegg betrieb in Haifa das Hotel „Jerusalem“, damals das beste Hotel des Landes.

Auf dem Friedhof in Haifa sind zahlreiche Ludwigsburger begraben. Die Gebäude der deutschen Kolonie werden seit einigen Jahren restauriert.

 

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